AI Design Sprint™
AI Design Sprint™ – Aufzeichnung – 20.05.2025
AI Design Sprint Bootcamp – Tag 1: Einstieg, Purpose und erste Methoden
Ziel des Trainings
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in fünf Tagen zu zertifizierten AI Design Sprint Facilitator:innen ausgebildet. Ziel ist es, eigenständig AI Design Sprints mit Kunden durchzuführen – sowohl vor Ort als auch online –, um konkrete, nutzerzentrierte KI-Lösungen für Prozesse oder Produkte zu entwickeln.
Begrüßung und Vorstellungsrunde
Nach einem warmen Empfang durch das Koerting Institute wurden die beiden Trainer vorgestellt:
- Kerstin Bognar – strukturiert, analytisch und gleichzeitig empathisch. Sie bringt interkulturelle Kompetenz und NGO-Erfahrung mit und ist eine präzise Prozessbegleiterin mit starkem Fokus auf den methodischen Ablauf.
- Mike Brandt (33A) – Gründer und Methodenerfinder. Er ist der Kopf hinter dem AI Design Sprint und Entwickler der AI Cards. Mit seiner Pionierrolle an der Schnittstelle von Design, Technologie und Business bringt er fundierte Methodik und viel Praxiserfahrung ein.
Zum Einstieg wurde ein humorvoller Check-in mit Tiermetaphern genutzt, um die persönliche Stimmung der Teilnehmenden zum Auftakt des Bootcamps einzufangen.
Es folgte eine intensive Vorstellungsrunde der Teilnehmenden, die aus unterschiedlichsten Branchen kommen – von Automobil, Mittelstand, Einkauf, IT, Beratung bis Personalwesen. Gemeinsamer Nenner: hohe Neugier und Gestaltungswille in Bezug auf KI und Innovation.
Struktur und Zielsetzung des Bootcamps
Das Training ist auf drei Rollen ausgerichtet:
- Teilnehmerperspektive – Dienstag bis Donnerstag, erste Woche
- Facilitator-Rolle – Dienstag, zweite Woche
- Technische Perspektive – Mittwoch, zweite Woche
Ziel ist es, die Teilnehmer:innen innerhalb weniger Tage zu befähigen, selbstständig AI Design Sprints zu leiten – mit Fokus auf Prozessautomatisierung, Konzeptentwicklung und die Übergabe an Technik-Teams.
Im Unterschied zum klassischen Google Design Sprint (5 Tage) ist der AI Design Sprint kompakter (ca. 8 Stunden) und fokussiert auf die Entwicklung KI-gestützter Lösungen – validiert durch den ursprünglichen Google Design Sprint-Entwickler Jake Knapp.
Drei Formate des AI Design Sprints
- Opportunity Mapping: Überblick über das Unternehmen und Identifikation der strategischen Startpunkte für KI.
- Concept Development: Entwicklung konkreter KI-Konzepte für priorisierte Prozesse.
- Tech Check & Prototyping: Validierung durch technische Experten und ggf. Entwicklung eines Prototyps.
Diese Formate ermöglichen sowohl den Einstieg über einzelne Abteilungen als auch einen unternehmensweiten Überblick.
Praktischer Einstieg: AI Opportunity Mapping
Im Training wurde exemplarisch mit einem vereinfachten Organisationsmodell von H&M gearbeitet, um typische Pain Points zu identifizieren und erste Anwendungsideen für KI zu generieren.
Beispiele für Pain Points:
- Zu lange Time-to-Market bei Design und Marketing
- Verzögerte Entscheidungsprozesse im Einkauf
- Fehlende Trendtreue im Sortiment
Auf dieser Basis wurde eine Priorisierung vorgenommen, um den Fokus für weiterführende Schritte zu setzen.
Methodischer Fokus: Die AI Cards
Die Teilnehmer:innen arbeiteten intensiv mit den zehn AI-Kategorien, darunter:
- Informationen finden und organisieren
- Erkenntnisse aus Daten gewinnen
- Entscheidungen treffen und Empfehlungen geben
- Hören, sprechen, lesen, schreiben
- Prozesse optimieren und Vorhersagen treffen
- Roboter und Maschinen steuern
Zu jeder Kategorie wurden konkrete Use Cases gezeigt, die als Inspiration für das eigene Business-Umfeld dienen. Die AI Cards dienen als strukturiertes Kreativwerkzeug, um zielgerichtet und fundiert Ideen zu entwickeln.
Erkenntnisse und Diskussion
- KI kann in nahezu allen Abteilungen eines Unternehmens sinnvoll eingesetzt werden.
- Besonders starke Hebel liegen häufig in den Bereichen Design, Einkauf, Marketing und Kundenservice.
- Die Energie in der Gruppe war hoch, die Teilnehmer:innen entwickelten zahlreiche kreative und realitätsnahe Anwendungsideen.
- Diskussionen zu Formaten, Kartensets, Gruppengrößen und Offline/Online-Durchführung lieferten zusätzliche Praxiseinblicke.
Ausblick auf den nächsten Tag
- Vertiefung mit Framing: Engere Fokussierung auf konkrete Prozesse zur KI-Integration
- Weitere methodische Bausteine im Bereich Concept Development
- Vorbereitung auf die Facilitator-Rolle und technische Übergabe
Diese Session legt das methodische Fundament für den gesamten Sprint. Die Kombination aus strategischer Klarheit, methodischer Struktur und praxisnaher Anwendung schafft einen inspirierenden Start in das AI Design Sprint Bootcamp. Ideal für alle, die KI in Unternehmen nicht nur verstehen, sondern gestalten wollen.
AI Design Sprint™ – Aufzeichnung – 21.05.2025
Zusammenfassung – Zweiter Termin des AI Design Sprints
- Rückblick und Ausgangspunkt
Zu Beginn des Termins wurde rekapituliert, dass die Teilnehmenden in der ersten Session bereits KI-Kategorien verschiedenen Organisationsbereichen zugeordnet hatten. Diese Zuordnung erfolgte sehr spezifisch durch individuelle Beiträge der Teilnehmer. Dabei wurde ebenfalls eine erste Priorisierung der KI-Ideen mittels der Marker „Rot“ (Impact) und „Gold“ (Match Impact) vorgenommen. Diese priorisierten Ideen wurden nun weiterverfolgt.
- Vorgehen – Von Ideen zu Konzepten
Der Termin setzte darauf auf und führte die Gruppe durch einen strukturierten Entscheidungsprozess zur Auswahl der besten KI-Konzepte für die Organisation.
- Arbeit mit der Summary Box
- Jeder Teilnehmer wählte eine priorisierte Abteilung (Sales, Design, Buying oder Customer Service) aus.
- Es wurde jeweils eine „Summary Box“ kopiert und individuell ausgefüllt.
- Die Aufgabe bestand darin, bis zu drei KI-Karten auszuwählen, die sich zu einer tragfähigen Lösung kombinieren lassen.
- Es wurden prägnante Beschreibungen zur Anwendung der KI verfasst.
- Zusätzlich visualisierten die Teilnehmenden ihre Konzepte mit passenden Icons und bewerteten deren Impact auf die jeweilige Abteilung auf einer Skala (Low, Mid, High).
- Präsentation der KI-Konzepte
In einer Vorstellungsrunde präsentierten die Teilnehmenden ihre entwickelten KI-Konzepte:
Sales
- Matthias: Interaktive, KI-gestützte Produktsuche auf der Website via Chat-Funktion und Bildinput.
- Axel: Sprachbasierte Interaktion inkl. Outfit-Vorschau mittels Foto und KI-Stilberatung.
- Frank: KI analysiert Kundenanfragen, schlägt Verkaufsschwerpunkte vor und generiert virtuelle Beratung plus Verkaufstrainings.
Design
- Thomas: Vollautomatisierte Trendanalyse durch KI inkl. Erstellung von Farbkonzepten, Kollektionsrahmen und Designvorschlägen.
- Martin: AI-gestütztes, strukturiertes Trendbriefing durch regelmäßige Analyse von Modeportalen und Journalen.
Buying
- Christian: KI übernimmt Lieferantensuche, Angebotsanfragen und -auswertungen.
- Marc: Erweiterte KI, die Marktplätze identifiziert, Preise analysiert, Bestellungen auslöst, und Qualitätskontrolle via Sensorik übernimmt.
Customer Service
- Markus: Integriertes 360°-Kommunikationskonzept mit KI-gestützter schriftlicher und telefonischer Kundeninteraktion sowie proaktiver Stilberatung.
- Priorisierung in mehreren Runden
- Erste Auswahl (Playoff-Runde)
Mittels Dot Voting wurden aus allen Konzepten sechs für die nächste Runde ausgewählt.
Benefit-Cost-Analyse
- Die sechs verbliebenen Konzepte wurden in einer grafischen Matrix nach Nutzen (Y-Achse) und Kosten (X-Achse) eingeordnet.
Es wurden realistische Kostenschwellen (unter 100.000 € = günstig, bis 1 Mio. = mittel, über 1 Mio. = hoch) diskutiert, mit Rückbezug auf die Unternehmensgröße.
Zweite Priorisierung
Erneutes Dot Voting zur Auswahl der Top 3 Konzepte:
- Martin (Design – Trendbriefing)
- Thomas (Design – Trendprognose & Design)
- Frank (Sales – Trainings & Beratung)
- Finalrunde – Auswahl des Gewinnerkonzepts
- Diskussion über Pain Points: Fokus auf die identifizierte Schwäche der Organisation, Modetrends nicht frühzeitig zu erkennen.
- Die Gruppe entschied sich, die beiden Design-Konzepte von Thomas und Martin als kombinierte Lösung zu priorisieren.
- Der Sales-Vorschlag von Frank wurde als drittrangig betrachtet, da Design als vorgelagerter Schritt für den Erfolg angesehen wurde.
- Ausblick auf die nächste Phase
Das kombinierte Design-Konzept bildet nun den Startpunkt für die Concept Development Session:
- Dort wird der zugrundeliegende Prozess detailliert gemappt.
- Ein interdisziplinäres Team (inkl. Prozessbeteiligter) entwickelt die konkrete Ausgestaltung der Lösung.
- Ziel ist es, über ein stark fokussiertes Konzept zu echten Prototypen oder Implementierungen zu gelangen.
Fazit
In diesem zweiten Termin wurde methodisch ein strukturiertes Vorgehen zur Auswahl der vielversprechendsten KI-Konzepte umgesetzt. Durch Visualisierung, Voting und Bewertung wurde aus einer Vielzahl an Ideen eine strategische Entscheidung für den weiteren Entwicklungsprozess getroffen. Der Fokus liegt nun klar auf dem Designbereich, um ein zentrales Pain Point-Thema – die Trendidentifikation – zu adressieren.
AI Design Sprint™ – Aufzeichnung – 22.05.2025
Zusammenfassung – AI Design Sprint Session 3
Ziel der Session
In dieser dritten Session wurde der KI-gestützte Onboarding-Prozess weiterentwickelt. Schwerpunkt war es, zwei entscheidende Prozessschritte mit KI zu optimieren und deren Auswirkungen auf den Gesamtprozess zu analysieren und anzupassen. Zudem wurde der bestehende Prozess kritisch überprüft, vereinfacht und neu strukturiert.
Inhalte der Session im Überblick
- Start: Wiederaufnahme nach Pause & Einstieg in Schritt 5
- Die Teilnehmenden wurden aktiviert, wieder in den Sprint-Modus zu wechseln.
- Fokus: Schritt 5 – Schulung im Bereich Software und Data Access.
- Diskussion über die Nutzung von Karten zur Ideengenerierung.
- Zentrale Erkenntnis: Karten dienen als kreative Impulsgeber – nicht jede muss trennscharf oder exakt sein.
- Ziel des Schritts: Individuelle Anpassung der Schulungen an das Vorwissen des New Hires. Die KI soll helfen, irrelevante Inhalte zu vermeiden und personalisiert zu trainieren.
- Schritt 6 – Integration ins Team
- Ziel: New Hire lernt Teammitglieder kennen und wird projektseitig eingeplant.
- Die KI übernimmt:
- Organisation von Meetings & Terminen.
- Abgleich von Verfügbarkeiten.
- Zugriff auf Meeting-Notizen.
- Erstellung von Agenden.
- Ergänzung: KI übernimmt auch Matching von Mitarbeitenden mit geeigneten Projekten – nicht nur zeitlich, sondern auch qualitativ passend zur Rolle.
- Schritt 7 – Klärung von Zielen und Verantwortlichkeiten
- Verantwortlich: Führungskraft.
- KI-Funktion:
- Ermittlung von Trainingsbedarfen.
- Planung nächster Schritte.
- Entwicklung von Trainingsinhalten und -formaten.
- Ergänzender Impuls: Produzierende Komponente der KI stärker integrieren – z. B. automatisierte Erstellung von Trainingsmaterial.
- Schritt 8 – Laufender Support & Feedback
- Fokus: Regelmäßige Check-ins zwischen HR und New Hire.
- Diskussion: KI analysiert transkribierte Feedbackgespräche, erkennt Muster und erstellt Vorschläge für Prozessanpassungen.
- Mensch bleibt im Loop:
- HR übernimmt Bewertung & Umsetzung.
- Kontextwissen (z. B. zu Diversity, Unternehmenswerten) kommt weiterhin vom Menschen.
- Datenschutz & rechtliche Aspekte (z. B. DSGVO, AI Act) wurden reflektiert: Bewertungen dürfen nicht vollautomatisch erfolgen.
- Wahl der Ankerpunkte für die Lösung
- Zwei Prozessschritte wurden als Kernelemente der KI-gestützten Lösung definiert:
- Schritt 5 (Training in Software & Data Access)
- Schritt 8 (Feedback & Anpassung)
- Entscheidungskriterien: Impact & Relevanz zur Verbesserung des Gesamtprozesses.
- Integration der KI in den Gesamtprozess
- Für beide Ankerpunkte wurde analysiert:
- Was übernimmt die KI?
- Was entfällt für Mitarbeitende?
- Wie verändert sich der Sketch (visuelle Darstellung)?
- Neue Rollenverteilung: KI übernimmt operative Aufgaben, Mensch fokussiert auf Bewertung, Kontext und Begleitung.
- Auswirkungen auf Nachbarschritte
- Analyse, ob neue Ausgestaltung von Schritt 5 & 8 Änderungen in benachbarten Schritten (4, 6, 7) nötig macht.
- Ergebnis:
- Keine zwingenden strukturellen Änderungen, aber Awareness für mögliche Implikationen wurde geschaffen.
- Wichtiger Punkt: Der Einsatz der KI verlangt veränderte Skillsets beim HR-Personal (z. B. KI-Kompetenz, arbeitsrechtliches Know-how, Verständnis regulatorischer Rahmenbedingungen).
- Prozess-Redesign
- Der Prozess wurde mutig entschlackt und neu strukturiert:
- Schritt 4 (Foto & Ausweis) wurde in Schritt 3 integriert.
- Gesichtserkennung als mögliche Alternative zum Mitarbeiterausweis genannt.
- Schritte 5 und 7 wurden diskutiert, aber bewusst nicht zusammengelegt, um die zeitliche Logik zu wahren.
- Schritt 6 wurde zeitlich vorgezogen – Integration ins Team erfolgt nun früher, um zielgerichteter zu schulen.
Schlussfolgerung & Fazit
- Die Gruppe hat ein tiefes Verständnis für den Onboarding-Prozess entwickelt und zwei KI-getriebene Hebelpunkte definiert.
- Es entstand ein klar strukturierter, vereinfachter und realistisch umsetzbarer Prozess.
- Relevante Herausforderungen wie Regulatorik, Human-in-the-Loop und zukünftige HR-Skillsets wurden adressiert.
- Der neu gestaltete Onboarding-Prozess zeigt klar: KI ist Enabler – aber nicht Ersatz – menschlicher Interaktion.
Ideal für alle, die KI in Unternehmen nicht nur verstehen, sondern gestalten wollen.