
Disruptiere dich selbst – bevor es andere tun
Warum Selbstdisruption durch KI, mutige Positionierung und das bewusste Schließen von Rückzugsorten heute über den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bestimmen.
Selbstdisruption als Vorteil
Warum reicht es nicht, einmal eine KI-Ausbildung gemacht zu haben? In diesem Segment erfährst du, warum kontinuierliche Selbstdisruption (KDP statt KVP) heute der entscheidende Wettbewerbsvorteil ist – und was passiert, wenn man stehen bleibt. Mit konkreten Beispielen aus Webdesign, Landingpage-Erstellung in 30 Minuten, dem neuen LinkedIn-Algorithmus und dem Mut, Standardtools wie Lexware oder ELSTER selbst nachzubauen.
Die erschreckende Lücke nach zweieinhalb Jahren
Stell dir vor, du triffst eine Gruppe von Menschen wieder, mit denen du vor zweieinhalb Jahren gemeinsam eine der ersten KI-Trainer-Ausbildungen überhaupt absolviert hast – nur sechs Monate, nachdem ChatGPT die Welt verändert hat. Genau das ist in einem Alumni-Treffen im Basecamp passiert. Das Ergebnis war ernüchternd: Die Diskrepanz zwischen denen, die drangeblieben sind, und denen, die linear weitergewachsen sind, ist dramatisch.
Besonders bitter: Es waren Menschen darunter, die heute beruflich Webseiten für Kunden bauen – und gleichzeitig erklären, sie hätten keine Zeit für KI. Genau dort, wo KI der eigentliche Dealbreaker wäre, findet die Integration nicht statt.
„Also sie erstellen Webseiten für Kunden und haben für KI keine Zeit. Da finde mal den Fehler.“
Diese Menschen hatten sich damals bewusst entschieden, sich tiefer mit KI zu beschäftigen, waren in einen Alumni-Kreis eingestiegen, hatten zeitlich investiert. Trotzdem ist die Lücke heute riesig – in Geisteshaltung, in Umsetzung und in Fingerfertigkeit.
„In meiner Branche ist das anders“ – die gefährlichste Ausrede
Eine Aussage zog sich durch das Treffen: „In meiner Branche ist das anders.“ Damit erklärt man sich selbst, warum Disruption oder Veränderung angeblich nicht möglich sei. Diese Haltung ist der schnellste Weg, den Anschluss zu verlieren.
Wer sich nicht an eine wachsende Gruppe ankoppelt – wie ihr es in der Masterclass tut – verliert den Bezug zur Entwicklung. Und Entwicklung passiert in der KI-Welt nicht linear, sondern in Sprüngen.
Aus KVP wird KDP: Kontinuierlicher Disruptionsprozess
Der klassische kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) reicht heute nicht mehr. Was es braucht, ist ein kontinuierlicher Disruptionsprozess (KDP) – und zwar von einem selbst aus.
„Ich disruptiere mich selbst, bevor es ein anderer tut.“
Was vor drei Jahren noch wie ein Leitsatz klang, ist heute betriebliche Notwendigkeit. Jeder im Team – jede Rolle – muss sich selbst kontinuierlich disruptieren. Sonst tut es ein anderer. Und der andere bist im Zweifel du selbst, in deiner nächsten Iteration.
Der entscheidende Vorteil der Selbstdisruption: Du behältst die Kontrolle. Du lenkst die Veränderung. Wirst du dagegen von außen disruptiert, weil der Markt die Welle voll mitbekommt, ist es zu spät.
Praxisbeispiel: Landingpage in 30 Minuten statt 10 Iterationsschleifen
Wie das konkret aussieht, zeigte sich live im KI-Café: Auf Basis eines einzigen Videos entstand innerhalb einer halben Stunde eine vollständige Landingpage – inhaltlich vom Video gespeist, mit einer kleinen Iteration nachgeschärft.
Die Reaktion danach: „Wir müssen uns von unserer Agentur trennen.“ Denn die Agentur liefert schlechtere Ergebnisse, fragt zusätzlich nach Videos, die dann eventuell gar nicht draufkommen, und braucht zehn Iterationsschleifen mit Grafikabnahme und Code-Basteln. Bis das fertig ist, ist das Event, für das die Landingpage gedacht war, längst vorbei.
So macht man heute Landingpages – nicht mehr handgeklöppelt mit HTML-Code.
Gut genug schlägt Overkill: Tool- und Modellwahl
Uwe ergänzt einen wichtigen Punkt: Es muss nicht immer das teuerste Modell sein. Tests mit Gemma 4 lokal lieferten Ergebnisse für Kundenwebsites, die sonst bei Claude Opus rund 80 Euro Tokenkosten verursacht hätten – ohne API-Kosten, ohne alles.
- 80 Prozent gut genug schlägt 100 Prozent zu spät.
- Investitionshöhe und Ergebnis müssen ins Verhältnis.
- Nicht jeder Use Case braucht Opus 4.7 – das ist oft Overkill.
Ein zweites Beispiel aus Uwes Praxis: Ein Bestandskunde mit nur 5.000 Euro Budget. Normalerweise nicht machbar. Mit KI in einem Viertel der Zeit umgesetzt – und damit profitabel.
Der neue LinkedIn-Algorithmus: Interest Graph statt Social Graph
Sabine bringt eine zentrale Beobachtung aus dem neuen Algorithmus-Report von Richard van der Blom ein: LinkedIn hat sich grundlegend verändert.
- Ein durchschnittlicher Post bei ca. 4.000 Followern erreicht heute nur noch rund 690 Impressions – früher waren es mehrere Tausend.
- LinkedIn spielt nicht mehr nach dem Social Graph (deinem Netzwerk) aus, sondern nach dem Interest Graph (denen, die dein Thema interessant finden).
- Das macht klare Positionierung wichtiger denn je. Wer mal über Biken, mal über Business, mal über etwas anderes postet, kann nicht eingeordnet werden – und wird schlecht ausgespielt.
- LinkedIn ist damit wieder stärker SEO-orientiert. Alte SEO-Prinzipien gelten wieder.
Selbstdisruption als Daueraufgabe – auch für dich
Die Botschaft an alle Teilnehmer:
- Sabine: Fachlich top, transformativ stark – aber bei LinkedIn und der KI-Integration in die eigene Rolle „verdammt spät auf der Party“. Das gilt es jetzt nachzuziehen.
- Claudia: KI-Denken ist bereits Teil deiner DNA, trotz der Limitierungen in HR, Datenschutz und Recruiting. Damit Vorbild für die Gruppe.
- Uwe: Lebt Selbstdisruption vor – inklusive des Mutes, Standardtools wie Lexware mit 30 Screenshots in den Kernfunktionen nachzubauen (die fünf Prozent, die man wirklich braucht, statt der 95 Prozent Ballast). Inzwischen sogar als ELSTER-Developer zugelassen, mit Zugriff auf alle APIs – auf Basis eines kurzen Entwurfs und ein paar Screenshots einer App, die es noch gar nicht gibt.
Deine Kernfrage
Wir kommen nicht von der Uni. Wir haben alle Glaubenssätze, Routinen, eingespielte Handlungsabläufe. Genau die musst du jetzt kontinuierlich in Frage stellen.
- Wo sind die Bereiche, die im Inneren disruptionsnotwendig sind?
- Wo sind die Bereiche, die nach außen Disruptionspotenzial bieten?
- Welche Rolle in deinem eigenen Wirken kannst du selbst disruptieren, bevor es jemand anderes tut?
Wer angedockt bleibt an eine wachsende Gruppe, wer integriert statt nur ausprobiert, und wer den Mut zum kontinuierlichen Disruptionsprozess hat, gehört in zwei Jahren nicht zu denen, über die im Alumni-Treffen geseufzt wird.
Positionierung & Selbstwert
Sibylle bringt ihr Chaos auf die Bühne: Positionierung, Selbstwert, Preisfindung und die Falle „Zeit gegen Geld“. In diesem Coaching-Segment bekommst du konkrete Impulse, wie du dich für das Hochpreisige entscheidest, schwierige Gespräche mit Altkunden führst und deinen wahrgenommenen Nutzen über die vier Hormosi-Parameter steuerst. Ein Segment voller Klarheit für alle, die sich gerade selbst im Weg stehen.
Wenn der Berg zu groß wird: Sibylles Ausgangslage
Sibylle bringt das auf die Bühne, was viele kennen: einen Kopf voller paralleler Baustellen. Positionierung („Für wen mache ich das überhaupt?“), Umsetzungs-Workflows mit KI (zwei Tage für einen Flyer, weil die Ideen fehlen), die Frage WordPress vs. Webflow, Sicherheitsthemen, dazu eine bestehende Kundin, die ihr Aufgaben „über den Zaun wirft“. Das Ergebnis: Der Berg wächst, sie steckt den Kopf in den Sand und macht weiter wie bisher – „dann kriege ich wenigstens das bisschen Kohle rüber“.
Diese Lähmung hat einen Namen: fehlende Klarheit in der Positionierung. Solange du innerlich zwischen „Handwerker, Low-Budget“ und „hochpreisig, High-Quality“ hin- und herpendelst, blockiert das alles andere – die Webseite, LinkedIn, jedes Angebot.
Entscheide dich – auch wenn die Entscheidung nicht ewig hält
Der erste Impuls: Entscheidungen über deine Positionierung sind nicht in Stein gemeißelt. Gerade in Zeiten der KI darfst du jederzeit nachjustieren. Das ist wie mit Inseln – du kannst dir eine anschauen, und wenn sie nicht passt, gehst du zur nächsten. Diese Wissen sollte dir Gelassenheit geben.
Und dann gilt: Folge deinem Herzen, deiner Energie, deiner Intuition. Da, wo du Bock hast, wo du sogar bereit bist, die extra Meile zu gehen – im besten Fall „obsessed“ bist. Die kognitive Arbeit (Funnel, Webseite, Darstellung) kommt später. Die Richtung muss aus dir heraus kommen.
Sibylles erster Impuls auf die Frage: „Ich bin eigentlich eher hochpreisig.“ – „Das sagst du. Das ist alles nur bei dir, dass das keiner zahlt.“
Die wahre Limitierung: „Ich bin es nicht wert“
Der Glaubenssatz, der dahinter steckt, ist die eigentliche Bremse: Ich bin nicht gut genug. Wer bin ich denn schon? Diese zwei Urängste – „Bin ich gut genug?“ und „Werde ich geliebt?“ – sind bei nahezu jedem das Thema, wenn es um hochpreisige Positionierung geht.
Die entscheidende Frage an dich:
Was braucht es an Bestätigung, Reputation, Erfolgen, an Reflexion von außen oder von innen, damit du das Gefühl bekommst: Ich bin gut genug für den nächsten Entwicklungsschritt?
Das Gespräch, das du gerade vermeidest
Sibylle hat seit sechseinhalb Jahren eine Hauptkundin – aus der Angestelltenzeit mitgenommen in die Selbstständigkeit. Stundensatz, monatliche Rechnung, nie hinterfragt. Aber: Sibylle steckt Stunden in Qualität und Optimierung, die sie gar nicht in Rechnung stellt, weil „das nicht beauftragt war“. Der Ausgleich zwischen investierter Energie und Wertschätzung stimmt nicht. Auf einer Skala von 1–10 ist diese Kundin eine 6 – und nur deshalb, weil Sibylle selbst entscheiden kann, ob sie Qualität reinsteckt oder nicht.
Der Impuls: Führe das Gespräch. Nicht über Stundensätze, sondern über dein Gefühl. Über das, was die Zusammenarbeit mit dir macht. Über einen neuen Rahmen.
Loyalität ist wichtig – erinnere dich daran, wer dich groß gemacht hat, wer an dich geglaubt hat, als du es selbst noch nicht getan hast. Und dennoch: Kommunikation klärt. Bei René hat genau dieses Gespräch alles aufgebrochen. Bei Katja Michalek führte die schmerzhafte Trennung von einer Akademie, die sie ein Drittel ihres Jahresumsatzes gekostet hat, ein Jahr später zu einem Abschluss, der größer war als ihr gesamter Vorjahresumsatz.
Die sieben Dimensionen der Glaubwürdigkeit
Wenn du dich für hochpreisig entscheidest, muss alles drumherum nachziehen. Es gibt nichts Schädlicheres als diametrale Kongruenzbrüche:
- Du verkaufst hochpreisiges Coaching für 2000 € pro 90 Minuten – kommst aber zu spät und unvorbereitet.
- Du postest Dubai- und Lamborghini-Bilder – dein Coaching kostet 100 €, morgen ist ein Termin frei.
- Du willst hochpreisig wahrgenommen werden – deine Webseite ist „under construction“.
Das alles zahlt auf Glaubwürdigkeit ein: mit wem du dich umgibst, wie du dich digital präsentierst, welcher Hintergrund hinter dir ist, wie professionell dein Auftritt wirkt. Wenn du eine der sieben Dimensionen weiterentwickelst, müssen die anderen nachziehen, sonst entsteht innerer und äußerer Widerstand.
Konkret für Sibylle: Werde sichtbar. Zeig auf der Webseite, auf LinkedIn, dass du hochpreisig bist. Behandle dich selbst als deine erste Kundin – bau für dich den Banner, das Profil, die Seite. Feier dich. Das macht etwas mit dir.
Sabines Ergänzung: Dein wahrer Vorteil
Sabine, die selbst Marketingleiterin in großen Unternehmen war, ergänzt: Die Großen mit ihren Hubspots sind langsam und kompliziert. Jemand wie Sibylle – schnell, kompetent, abdeckend, KI-nativ, flexibel – ist genau das, wofür Unternehmen bereit sind, gute Preise zu zahlen. Deine Stärke ist nicht, gegen die Großen mitzubieten, sondern ihre Schwächen zu deinem Angebot zu machen.
Claudias Ergänzung: Entscheide dich für dich
Claudia teilt ihren eigenen Weg durch ähnlichen Schmerz: „Entscheide dich für dich.“ Sie hat sich Unterstützung für LinkedIn geholt, postet jetzt zwei- bis dreimal pro Woche – auch wenn es weh tut. „Umso öfter ich es mache, umso leichter wird es.“ Ihr Kernsatz an Sibylle:
Du bist ein Herzensprojekt. Also behandle dich auch als solches.
Die vier Parameter des wahrgenommenen Nutzens (Hormosi)
Sibylles Aussage „die Kunden, die hochpreisig zahlen, gibt es nicht“ stimmt nicht. Es geht um wahrgenommenen Nutzen, und der entsteht aus vier Hebeln. Zwei davon steigern wir, zwei davon senken wir:
Steigern: 1. Eintrittswahrscheinlichkeit des Ergebnisses – Wie sicher tritt das Versprochene ein? Bis hin zur Garantie. Die KI ist hier ein Game-Changer: Sie macht uns zum Garanten für Ergebnisse. 2. Überlappung von Erwartung und Versprechen (Traumziel) – Je näher dran das versprochene Ergebnis am erwarteten Ergebnis des Kunden ist, desto höher der wahrgenommene Nutzen.
Senken: 1. Dauer hin zum Ergebnis – Je schneller, desto wertvoller. Speed ist Value. 2. Reibungsverlust / Aufwand / Verzicht des Kunden – Je weniger der Kunde briefen, abstimmen, warten, verzichten muss, desto höher der Nutzen.
Sibylle hat zwei dieser Hebel schon eingebaut: „Man kann mir Sachen über den Zaun werfen, ich brauche keine großen Briefings“ – das ist niedriger Reibungsverlust und hohe Geschwindigkeit. Genau das ist ihr USP.
Die Falle: Zeit gegen Geld in Zeiten der KI
Hier liegt der perfekte Sturm: Wenn du Zeit für Geld verkaufst und gleichzeitig durch KI 10x schneller wirst, verdienst du weniger Geld, obwohl du mehr Wert lieferst. Aus einem 800-€-Tag wird ein 100-€-Stündchen – und du brauchst sieben neue Kunden, um auf den gleichen Umsatz zu kommen.
Die zentrale Frage ist nicht „Womit verdienst du Geld?“, sondern „Wofür bekommst du das Geld?“
- Für Zeit?
- Für ein Ergebnis?
- Für die Nutzung einer Leistung?
- Für den Nutzen, der durch die Leistung entsteht (z. B. Umsatzbeteiligung)?
Der nächste Schritt für Sibylle (und alle): Nicht mehr für Zeit, sondern für das Ergebnis bezahlt werden. Beispiel Quick-Pass im Phantasialand: Wer schnell Achterbahn fahren will, zahlt das Dreifache und läuft an allen vorbei. Das funktioniert nur mit einem anderen Geschäftsmodell als Zeit gegen Geld.
Wie das Koerting Institute es selbst lebt
Als konkretes Beispiel: Die Masterclass-Aufzeichnung von gestern ist heute Morgen in der Akademie, das Workbook inklusive Cover wurde nachts fertig, während die Teilnehmer geschlafen haben. Das erhöht die Eintrittswahrscheinlichkeit, reduziert die Dauer hin zum Ergebnis und macht das Versprechen erfahrbar. Genau diese Hebel haben dazu geführt, dass sich der Preis der KI-Masterclass in zwei Jahren verdoppelt hat – mehr als die Inflation.
Sibylles Entscheidung
Am Ende des Segments hat Sibylle zwei klare Entscheidungen:
- Sie wird das Gespräch mit der Hauptkundin initiieren.
- Sie wird darüber schlafen, ob „hochpreisig“ wirklich ihre Entscheidung ist – und dann darauf aufbauen.
Ihr Schlusssatz: „Klarheit ist da. Mein Angebot produktisieren.“
Die Essenz für dich
- Eine Positionierungsentscheidung ist temporär – sie darf sich anfühlen wie eine Insel, nicht wie eine Tätowierung.
- Folge deiner Intuition zuerst, die kognitive Umsetzung kommt danach.
- Der Selbstwert ist die eigentliche Limitierung, nicht der Markt.
- Wenn du hochpreisig willst: Mach alle sieben Dimensionen deiner Außenwirkung kongruent.
- Führe die Gespräche, die du vermeidest – Kommunikation klärt.
- Verkaufe nicht mehr Zeit, sondern Ergebnisse, Nutzen oder garantierte Geschwindigkeit.
- Nutze die vier Hormosi-Hebel: Eintrittswahrscheinlichkeit ↑, Traumziel-Überlappung ↑, Dauer ↓, Reibungsverlust ↓.
Stefanie: Wandel & Klarheit
Stefanie teilt im Check-in, was die Inputs zu Konkurrenz und den sieben Dimensionen der Glaubwürdigkeit in ihr ausgelöst haben. Sie steckt mitten in einem Positionierungs-Wandel — das Außen (z. B. Website) passt nicht mehr zu dem, was sie geworden ist und noch werden wird. Eine ehrliche Momentaufnahme über das Aushalten von Übergangsphasen.
Wandel mittendrin: Wenn das Außen dem Innen hinterherhinkt
Stefanie meldet sich nach den inhaltlichen Impulsen des Calls zu Wort und teilt eine sehr ehrliche Selbstbeobachtung. Zwei Themen treffen sie besonders:
- Konkurrenz als inneres Thema
- die sieben Dimensionen der Glaubwürdigkeit
Genau an diesen Punkten merkt sie, dass sie aktuell mit sich selbst struggelt — nicht weil das Modell nicht stimmt, sondern weil sie mitten in einem Transformationsprozess steckt.
Die Lücke zwischen „wer ich war“ und „wer ich werde“
Lead-In: Was draußen sichtbar ist, passt nicht mehr zu dem, was innen schon Realität ist.
„Das was gerade im Außen ist — auf zum Beispiel Website und so weiter — passt halt eben genau nicht mehr so 100% zu dem, was ich inzwischen bin und was es auch werden wird.“
Diese Phase ist typisch für Positionierungs- und Glaubwürdigkeitsarbeit: Die Identität entwickelt sich schneller weiter als die äußeren Artefakte (Website, Texte, Angebote). Genau diese Lücke erzeugt das Gefühl des „Noch-nicht-Passens“ — ist aber gleichzeitig das Signal, dass Bewegung stattfindet.
Umgang mit der Übergangsphase
Stefanies Antwort darauf ist pragmatisch und ressourcenorientiert:
- Die angebotenen Werkzeuge (z. B. Chaka Foist-In) mitnehmen und ausprobieren
- Den eigenen Weg weitergehen, ohne den Wandel zu beschleunigen oder zu erzwingen
- Aushalten, dass Innen und Außen vorübergehend nicht deckungsgleich sind
Take-away: Wenn dein Außenauftritt sich gerade „falsch“ anfühlt, ist das oft kein Defekt, sondern ein Wachstumssignal. Die Aufgabe ist nicht, sofort alles umzubauen, sondern dranzubleiben und das Außen Schritt für Schritt nachziehen zu lassen.
Kein Plan B
Warum nachhaltige Selbstständigkeit erst dann beginnt, wenn der Plan B wegfällt. In diesem Segment erfährst du, wie das bewusste Schließen von Rückzugsorten Klarheit schafft, warum unausgesprochene Annahmen über das eigene Umfeld blockieren – und weshalb echte Kommunikation mit (potenziellen) Kund:innen das Kopfkino stoppt. Mit persönlichen Beispielen von Uwes Abschied aus der Deutschen Bank und Stefanies aktuellem Klärungsprozess.
Zurück zur intrinsischen Entscheidung
Stefanie berichtet, wie sie ihren Zweifeln an der Selbstständigkeit begegnet ist. Statt weiter an Webseite und Fitnesscheck zu arbeiten, hat sie sich bewusst Zeit genommen, um sich an die ursprüngliche, intrinsische Entscheidung zu erinnern, die sie vor vier Jahren in die Selbstständigkeit geführt hat.
Auslöser war damals die Netflix-Serie von Marie Kondo – und genau diese hat sie sich am Wochenende erneut angeschaut, um wieder in das Gefühl zu kommen, das alles ins Rollen gebracht hat. Eine Mountainbike-Tour allein, das ganze Wochenende mit dem Zweifelthema „mitgehen“ und es einfach gelten lassen – ohne sofort in die Lösung zu springen.
Die Erkenntnis: Vieles, was blockiert, ist nicht real, sondern eine vermutete Außensicht – „Was könnten die anderen denken, wenn ich nach vier Jahren Selbstständigkeit noch nicht da stehe, wo ich stehen wollte?“ Niemand hat das je gesagt. Es ist das eigene Kopfkino.
Kommunikation klärt – auch im privaten Umfeld
Daraus folgt ein konkreter Schritt: mit den Menschen im Umfeld tatsächlich darüber sprechen, statt die eigenen Annahmen über deren Gedanken im Kopf weiterzudrehen. Die Angst, sie könnten denken „die hat ihren guten Job weggeschmissen, und was kommt jetzt dabei raus?“, verliert ihre Macht, sobald sie ausgesprochen wird.
Kommunikation klärt.
Solange ein Thema nicht besprochen ist, wabert es im Hintergrund und bindet Energie. Sprechen löst diese Energie – im privaten Umfeld genauso wie mit Kund:innen.
Es gibt keinen Plan B – nur Plan A
Der zentrale Hebel in diesem Segment: Beraub dich deiner Rückzugsorte. Wer sich für einen Weg entscheidet und ihn nachhaltig committed geht, wird klarer, wenn er die Möglichkeiten des Zurückgehens bewusst verschließt.
Uwe erzählt aus eigener Erfahrung: 2012 hat er die Deutsche Bank mit Pauken und Trompeten verlassen – große Abschiedsparty inklusive. Nach sechs Wochen im neuen Projekt wollte er aus eigener Motivation zurück und hat bei der Bank angeklopft. Die Antwort war eine nonchalante Nachricht: „Horsten, viel Erfolg auf deinem weiteren Weg. Vielleicht sollte da erstmal Gras über die Sache wachsen.“ Jemand anderes hat damit die Seile gekappt, die er selbst noch nicht durchtrennt hatte.
Erst durch dieses „there is no way back“ wurde aus dem Versuch eine nachhaltige Selbstständigkeit. Drei Jahre später war er als Externer wieder in der Bank – aber nie wieder als Angestellter.
Warum es keinen Weg zurück mehr gibt
Auch das Argument „wenn es nicht klappt, gehe ich halt wieder ins Angestelltenverhältnis“ hält der Prüfung oft nicht stand. Irgendwann ist man schlicht nicht mehr angestelltenkompatibel.
- Claudia würde – selbst wenn sie könnte – nie wieder HR-Leiterin werden wollen. Ein Blick in die Systeme reicht.
- Uwe würde auch für eine halbe Million oder eine Million Jahressalär nicht zurückgehen.
Hinzu kommt die Diametralität im Wachstum: Die Lücke zwischen der eigenen Entwicklung als Selbstständige:r und der Entwicklung derer, die im alten System geblieben sind, wird so groß, dass eine Rückkehr keine echte Option mehr ist.
Ziel klar – dann legt sich der Weg
Wenn das Ziel klar ist, legt sich der Weg unter deinen Füßen. Uwes Bild aus dem Kleinwalsertal: Sagst du „ich gehe auf den Großen Widderstein“, brauchst du festes Schuhwerk, Klettersteig-Ausrüstung, einen anderen Plan. Sagst du „ich mache eine Talrunde und gucke, ob ich eine Kneipe finde“, ist der Weg ein komplett anderer.
Wer einfach losläuft, ohne sich klar zu entscheiden, wird irgendwohin getrieben – aber selten dorthin, wo er wirklich hinwill. Genau deshalb blockieren manche an Website, LinkedIn-Profil und anderen Sichtbarkeits-Themen: nicht weil das Handwerk fehlt, sondern weil das Ziel noch nicht klar ist, auf das zugesteuert wird.
Reden statt im Kopfkino verharren
Sobald du tatsächlich mit Kund:innen und potenziellen Kund:innen sprichst, sehen die Dinge oft ganz anders aus als in deiner Vorstellung. Die Erfahrung dahinter:
- Je länger du wartest, desto mehr Zeit hat dein Kopfkino, sich zu entfalten – und das kann in eine ganz andere Richtung gehen, als die Realität es vorgibt.
- Je schneller du mit jemandem redest, desto weniger Chance hat dein Kopfkino, sich überhaupt aufzubauen.
- Im Gespräch fragst du ab, was beim Gegenüber wirklich los ist, was er oder sie will und wohin diese Person hin will – statt es dir auszumalen.
Das Prinzip: Solange etwas nicht besprochen ist, bindet es Energie. Sprechen löst diese Bindung – nach innen (Klarheit über das eigene Ziel, das eigene Commitment) und nach außen (mit Umfeld und Markt).
Kernbotschaften dieses Segments
- Erinnere dich an die intrinsische Entscheidung, die dich auf deinen Weg gebracht hat – sie ist dein Kompass, wenn die Zweifel kommen.
- Schließe bewusst deine Rückzugsorte. Es gibt keinen Plan B – nur Plan A.
- Werde klar über dein Ziel, bevor du am Weg (Website, Profil, Angebot) feilst.
- Sprich – mit Umfeld, mit Kund:innen, mit potenziellen Kund:innen. Kommunikation klärt und löst gebundene Energie.
Keynote-Anfrage & Preise
Uwe bringt eine konkrete Keynote-Anfrage eines BlackRock-Tochterunternehmens in den Call ein – Thema: „AI Agents for Communications“, auf Englisch. Thorsten zeigt Schritt für Schritt, wie man auf eine solche Anfrage reagiert, warum man niemals vorab einen Preis nennt und wie aus einer reinen Keynote ein wertstiftendes Gesamtpaket wird. Inklusive Marktorientierung zu Honoraren deutscher Top-Speaker.
Die Ausgangssituation
Uwe bringt eine konkrete Anfrage in den Call: Über eine ehemalige Teilnehmerin seines KI-Fortbildungskurses wurde er weiterempfohlen. Die Dame selbst war angefragt worden, hatte aber wegen Umfang und englischer Sprache abgesagt und stattdessen Uwe vorgeschlagen.
Der Kunde: ein großes, international tätiges Unternehmen aus dem Windkraft-Bereich, Tochter von BlackRock. Gewünscht: ein Format zum Thema „AI in Communications“ bzw. „How to build AI Agents for Communications“ – angedacht mit ca. zwei Stunden, auf Englisch.
Uwes innere Lage: – Frühere Vorträge eher im unteren vierstelligen Bereich (1.000–1.500 €) bei kleineren Firmen. – Die letzten drei bis vier Jahre keine Vorträge mehr gehalten – „ein bisschen aus der Übung“. – Englisch als zusätzliche Herausforderung. – Energetisch: 5.000 € rastet ein, 10.000 € kann er aktuell innerlich noch nicht halten.
Schritt 1: Nicht recherchieren – sprechen
Thorstens erster Hebel: Spar dir die tagelange Vorab-Recherche. Statt drei, vier Tage zu googeln, wer die Firma ist und was sie macht, nimmst du direkt Kontakt auf und holst dir die Antworten aus dem Gespräch.
Uwe hat die Ansprechpartnerin bereits auf LinkedIn angefragt, sie hat bestätigt, und er hat einen Termin vorgeschlagen. Genau richtig.
Schritt 2: Niemals vorab einen Preis nennen
Das ist die zentrale Regel – und sie gilt für alle Anfragen, egal ob Keynote, Workshop oder andere Leistung:
Gebt niemals einen Preis raus, ohne das Gespräch geführt zu haben. Sonst werdet ihr nur über den Preis verglichen.
Standard-Reaktion auf eine Anfrage:
- Bedanken: „Vielen Dank für Ihre Anfrage.“
- Brücke benennen: „Wir wurden durch XY zusammengebracht.“
- Gespräch einfordern: „Lassen Sie uns konkret über das Engagement und Ihre Erwartungen austauschen.“
- Termin anbieten: Entweder drei Slots vorgeben oder einen Kalender-Link schicken (z.B.
koertinginstitut.com/thorsten) – meistens innerhalb der nächsten zwei bis drei Tage.
Schritt 3: Die richtigen Fragen im Gespräch
Im Gespräch geht es darum, das Gesamtsetting zu verstehen, nicht nur die Keynote-Slot-Beschreibung:
- Veranstaltung: Welche Art? Wie viele Teilnehmer? Welche Zielgruppe – Mitarbeiter, Führungskräfte? In welchem Kontext findet das statt?
- Erwartung: Was wünschen sie sich für die Teilnehmer? Welche Art von Impulsen? Was erwarten sie konkret von dir auf der Bühne?
- Gesamtagenda: Wie sieht der Tag/die Tage aus? An welcher Stelle bettet sich dein Beitrag ein? Gibt es einen Workshop am nächsten Tag, ein Panel, einen Stand?
Ziel ist nicht, Kohle aufzusatteln – sondern Wertbeitrag zu identifizieren. Up- und Cross-Sell entstehen aus echtem Mehrwert.
Schritt 4: Aus der Keynote ein Wertepaket schneiden
Das ist der Hebel, der den Preis vervielfacht. Beispiele aus Thorstens Praxis:
Beispiel KI-Summit / GPM Fokus: Komplette Mitkonzeption der Veranstaltung, halbstündige Interviews mit jedem Speaker (Transkripte fließen in ein Workbook), Videos für LinkedIn-Vermarktung, Moderation der Gesamtveranstaltung, eigener Workshop, im Nachgang nochmals Interviews mit allen Workshop-Moderatoren, daraus ein zweites Workbook. Ergebnis: kleiner fünfstelliger Betrag, enormer Wert – die Veranstaltung war voll, und im Folgejahr wird wieder mit ihm gearbeitet. Zusätzlich konnten Experten aus dem eigenen Kosmos (Tanja Förster, Michael Schmidt mit Carsten Wittmann, Thorsten selbst) als Workshop-Leiter platziert werden. Win-Win-Win.
Beispiel CamCom in der Allianz-Arena: Projekt-Auftakt mit 160 Teilnehmern. Thorsten brachte sein gesamtes Equipment mit, hielt die Keynote tagsüber, moderierte abends Großgruppen-Arbeitsgruppen während des Essens. Tag plus Abend: 15.000 €.
Beispiel Jahreskongress eines Verbands: 400 Teilnehmer, 400 Geschäftsführer, 2,5 Tage. Auftakt-Keynote für 5.000 € plus Reisekosten, am nächsten Tag ein vertiefender Workshop für 1.500 € – zusammen 6.500 €. Der Workshop wird voll sein, und danach „hagelt es Anfragen“.
Die Logik dahinter: Wenn dein Wertversprechen die Erwartung komplett umschließt und übertrifft, machst du dich unvergleichbar. Die anderen Anbieter werden nur über den reinen Keynote-Preis verglichen.
Schritt 5: Vorbereitung als Wertbestandteil
Ein konkreter Satz, den Thorsten oft einsetzt:
Ich bereite die Keynote individuell mit Ihnen vor, weil ich Anwendungsfälle einbeziehen möchte, die Sie und Ihre Zielgruppe konkret betreffen. Dazu brauche ich Vorgespräche.
Diese Vorgespräche werden aufgezeichnet, das Transkript geht in die KI:
- Transkript reingeben.
- Fragen: „Was könnte man auf Basis des Gesprächs bauen?“ – KI gibt vier Bereiche.
- „Mach mir daraus eine
plan.mdfür eineindex.html, damit wir es direkt durchbauen können.“ - KI laufen lassen – wertstiftendes Material entsteht (wie tags zuvor mit Katrin Friedl).
Markteinordnung: Was kosten Keynotes?
Damit du Preise einordnen kannst:
- Top-Keynote-Speaker in Deutschland: ca. 4.500 – 7.000 €.
- Rainer Petek (beim KI-Summit erlebt, GSA-Präsident, Speaker Fellow, hohe Reputation): 4.500 – 5.500 €.
- Teuerster Keynote-Speaker Deutschlands: ca. 40.000 € pro Tag.
- Lanxess-Arena-Slot (Bühne mit Tony Robbins, 20–30 Minuten): 38.000 €.
- Tony Robbins selbst: 1 Mio. € für drei Stunden – davon 200.000 € Privatjet, 800.000 € alles drumherum.
Das hilft, das eigene Angebot realistisch zu positionieren – Uwes 5.000 € sind „deutlich weniger“ als die Top-Spitze und damit absolut angemessen, wenn das Wertpaket stimmt.
Claudias Ergänzung: Preis als Einstiegsangebot rahmen
Claudia bringt einen wichtigen Aspekt ein: Keynote plus Workshop ist viel Arbeit, und es lohnt, die Ziel-Frage zu stellen: Wo kommt der Kunde her, wo will er hin, warum braucht er gerade dich als Experten? Daraus ergibt sich die Preisgestaltung organischer.
Außerdem: Mach klar, dass der Preis ein Einstiegsangebot ist – „Wir kennen uns noch nicht, das ist mein Einstiegspreis für Sie“ – statt ihn als deinen Standardpreis zu deklarieren.
Uwes Reflexion und sein Standortvorteil
Uwe erkennt: Als reine Keynote ohne Drumherum wären 5.000 € schwer zu halten – also braucht es das Gespräch, um das Paket zu schnüren. Inhaltlich ist die Lage spannend: Das Unternehmen steht im strategischen Umbruch (Trump hat den US-Windkraftmarkt eingebremst, APAC und USA waren große Märkte) – Strategie und Kommunikationsstrategie sind brennende Themen.
Uwes Trumpf: Stallgeruch. Fünf Jahre RWE, Leiter Online-Marketing und Online-Kommunikation, viel mit Windkraft zu tun gehabt. Das hebt ihn von anderen KI-Speakern deutlich ab.
Die Quintessenz
- Anfrage = sofort Kontakt, kein Preis vorab.
- 20–25 Minuten gut gefragt = du kannst auf dieser Basis schnell ein Angebot bauen.
- KI als Co-Designer: „Mach mir daraus ein Angebot mit den Bausteinen Ausgangslage, …“ – innerhalb einer halben Stunde versandfertig.
- Keynote allein verkauft sich über Preis. Keynote im Paket verkauft sich über Wert – und ist deutlich teurer.
Abschluss: Eigene Disruption
In dieser Abschlussrunde teilen die Teilnehmenden, in welchem Bereich sie sich selbst – ihre Leistungserbringung, ihr Marketing oder ihren Vertrieb – als Nächstes mit KI disruptieren wollen. Sabine, René, Claudia, Sibylle, Stefanie und Uwe beschreiben ihre konkreten nächsten Schritte: von der LinkedIn-Skalierung über CRM-Automatisierung, selbstlernende Multi-Agenten-Plattformen, Website-Strukturgeneratoren bis hin zur KI-Ordnungsbegleitung und der Positionierung als KI-Dozent. Eine konkrete Standortbestimmung mit klaren Bildern für die kommenden vier Wochen.
Die Leitfrage der Abschlussrunde
Lead-In: Nach den Solutions und Stoßrichtungen der Masterclass geht es jetzt um die persönliche Standortbestimmung. Die Frage an alle:
Was ist der naheliegendste Bereich, in dem du dich selbst – in der Leistungserbringung für Kunden, in Marketing und Vertrieb – jetzt anfängst zu disruptieren und KI stärker integrierst?
Der Zeithorizont: die nächsten Tage, Wochen und Monate. Die Vertiefungsfrage in der Runde lautet jeweils: Woran werden wir in vier Wochen konkret erleben, dass du einen großen Schritt weitergegangen bist?
Sabine – LinkedIn-Arbeit automatisieren, Coaching-Rolle stärken
Disruption der eigenen Leistung: Sabine ist heute stark auf LinkedIn-Trainings konzentriert. Das Bewusstsein für die Wichtigkeit der persönlichen Marke ist groß – sowohl bei Selbstständigen als auch bei Angestellten, gerade im Outplacement-Kontext. Genau diese „eigentliche Arbeit“, das operative Tun auf LinkedIn, wird sich durch KI disruptieren.
Skalierung statt Handarbeit: Wo sie heute fünf bis zehn LinkedIn-Profile manuell managt, sollen es mit den richtigen Tools 30, 50 oder mehr werden – auch in größeren Firmen mit 2.000+ Mitarbeitenden. Sie selbst geht aus der Umsetzung raus und positioniert sich am Anfang als Impulsgeberin und punktuell als Coach.
Woran in vier Wochen erkennbar:
- Schärfere Positionierung auf Website und LinkedIn-Profil, die die Wichtigkeit der persönlichen Marke klar kommuniziert
- Eigene App bzw. Toolset, mit dem Posts und Kommentare in der gewünschten Qualität halb-automatisiert entstehen
- Ein funktionierender Baukasten, der auch sie selbst sichtbarer macht – nicht nur ihre Kunden
- Eingeständnis: „Ich leide auch darunter, dass ich alles für die anderen mache und zu wenig auf meine eigene Positionierung schaue.“
René – KI ins eigene Unternehmen und in die Kundenprozesse einziehen
Zwei Stoßrichtungen:
- Am eigenen Unternehmen: Zeiterfassung, CRM und interne Strukturen weiter ausbauen.
- Beim Kunden: Strategische Gespräche, Strategieentwicklung und die gesamte Call-Aufbereitung mit KI durchziehen. Daraus konkrete Anwendungsfälle entwickeln und teilweise direkt umsetzen – mit Claude Code und der Power der Gruppe.
Ziel: Anwendungsfälle werden zu Prototypen, die der Kunde sieht und einen großen Aha-Moment erlebt.
Claudia – Selbstlernende Multi-Agenten-Plattform für die AI Career Lounge
Schneller Schritt: automatisiertes Onboarding. Das steht schon länger auf der Liste und wird jetzt angegangen.
Großes Projekt: Multi-Agenten-Plattform. Jedes Modul und Submodul der AI Career Lounge bekommt einen eigenen Agenten, der zum Super-Experten in seinem Bereich wird und sich selbst weiterbildet. Ziel: Claudia ist nicht mehr der Bottleneck des Wissens. Die Plattform wird zur echten AI Customer Experience, in der sie selbst als Coach und Executive-Search-Expertin das Human Add-on bleibt.
CV-Checker als Beispiel: Er ist live, aber die zugrundeliegende Wissensdatenbank (gebaut mit Deep Research und Perplexity über die ATS-Landschaft – Personio & Co.) muss laufend gepflegt werden. Wunsch: Agenten, die für sie da draußen unterwegs sind und dafür sorgen, dass die Wissensbasis immer aktuell bleibt.
Sibylle – Vom Kunden-Input zur fertigen Website-Struktur
Die Vision: Eine Anwendung bauen, in die alle Kunden-Informationen reingekippt werden – und am Ende kommt heraus, wie eine Website aufgebaut sein soll, welche Inhalte sie braucht, welches Ziel sie verfolgt.
Startpunkt: Erst einmal nur für Websites. Input rein, Struktur und Layout-Vorschlag raus – inklusive CI-Vorgaben.
Ausbaustufe: Später so weit, dass sie nur noch sagen muss „Ich brauche jetzt einen Flyer für den und den Anlass“ – und das System liefert. Das große Bild ist da, die Strukturierung im Kopf folgt jetzt.
Stefanie – KI-gestützte Ordnungs-DNA für die Testkundin
Disruption der eigenen Begleitung: Stefanie startet mit ihrer Testkundin im Format „Ordnungs-DNA“. Sie nutzt KI, um die Inputs aus standardisiertem Fragebogen und Analysegespräch zu verdichten.
Das neue Lieferobjekt: Die Kundin bekommt am Ende eine MD-Datei mit ihrer persönlichen Ordnungs-DNA – plus eine Anleitung, wie sie diese Datei mit der KI weiternutzen kann. Damit wird die KI für die Kundin zur passgenauen Coachin („Garbage in, Garbage out“ – also lieber Gold rein, Gold raus).
Effekt auf die drei Stellschrauben: Dauer, Reibungsverlust und Eintrittswahrscheinlichkeit verbessern sich deutlich. Und: „Ordnung to go mit KI“ ist ein Feld, in dem kaum jemand sonst unterwegs ist.
Uwe – Positionierung als KI-Dozent, KI-Speaker, KI-Strategieentwickler
Universelle Strömung wahrnehmen: Uwe ist seit einem halben Jahr im Disruptionsprozess. Im letzten Monat hat sich klar gezeigt, was bei ihm „an den Strand gespült“ wird: das Thema KI-Dozentur, mit Menschen über KI sprechen und dafür bezahlt werden.
Eigenes Profil – nicht Langfristbetreuung, sondern Impuls: Aus 28 Jahren Berufstätigkeit und dem Jungian-Design-Profil zeigt sich: Er ist der Projektmensch, nicht der Dauerbegleiter. Reingehen, Probleme sehen, Prozesse erkennen, optimieren – und wieder raus. Keynotes, Workshops, Strategie-Workshops, kurzfristige Begleitung. Da ist Energie, da ist Geschwindigkeit, da ist Spaß.
Woran erkennbar: Schärfung des Profils Richtung KI-Dozent / KI-Speaker / KI-Strategie-Entwickler, sichtbar auch über LinkedIn-Beiträge in dieser Stoßrichtung.
Roter Faden der Runde
Drei Muster ziehen sich durch alle Beiträge:
- Raus aus der Umsetzung, rein in die Skalierung: Mehrere Teilnehmende verlagern ihre Rolle vom Doing zur Impuls-, Coach- oder Strategie-Ebene – ermöglicht durch KI-Tools, die das operative Tun übernehmen.
- Eigene Produkte und Plattformen bauen: Vom LinkedIn-Baukasten über Multi-Agenten-Plattformen bis zum Website-Generator – fast alle entwickeln ein eigenes System, das ihr Wissen multipliziert.
- Positionierung schärfen, bevor das Tool fertig ist: Sichtbarkeit, klare Botschaft und das Standing als KI-Profi werden parallel zur technischen Umsetzung aufgebaut.
Komplette Aufzeichnung
Hier findest du die ungeschnittene Original-Aufzeichnung des kompletten Calls. Du kannst sie ansehen oder das vollständige Transkript herunterladen — der Link wird vom Team final gesetzt.
Diese Aufzeichnung enthält den gesamten Call ohne Schnitt — inklusive Begrüßung, Pausen, Q&A und Abschluss. Sie eignet sich als Backup oder zum Nachschlagen einzelner Stellen, die in den thematischen Segmenten oben nicht enthalten sind. Das vollständige Transkript ist als Textdatei verfügbar — Link wird vom Team final hinterlegt.
