
Phase 03 - Der KI Innovationsrahmen/Einstieg - Überblick
KISB Phase 4 – Strategische Arbeit & Business Model Canvas
Der Call fokussiert sich auf die strategische Ebene innerhalb eines ganzheitlichen Modells, bestehend aus strategischer, taktischer und operativer Dimension sowie ergänzenden Aspekten wie Kultur, Ethik, Change, Recht, Datenschutz und Compliance. Grundlage ist die Fähigkeit, diese Gesamtentwicklung strukturiert zu konzipieren und zu moderieren.
- Einstieg in die strategische Arbeit
Strategische Arbeit beginnt nicht mit der Entwicklung einer Strategie, sondern mit der Analyse des Status Quo:
- Wo steht das Unternehmen?
- Was funktioniert, was hemmt?
- Was treibt das Unternehmen an?
- Welches Zielbild soll entstehen?
Ohne diese Klarheit fehlt die Grundlage für jede sinnvolle strategische Entscheidung. Strategie muss dabei stets praxisnah und strukturiert erarbeitet werden.
- Rolle des Beraters
Als KI-Strategieberater besteht die Aufgabe nicht darin, Inhalte vorzugeben, sondern den Prozess zu moderieren:
- Fragen stellen
- Struktur schaffen
- Begriffe klären
- Denkprozesse führen
Das Modell wird immer vom Kunden erarbeitet. Der Wert entsteht durch den Dialog, nicht durch externe Vorgaben.
- Realität in Unternehmen
In der Praxis gilt:
- Strategien sind häufig bereits definiert
- Arbeit findet meist auf Bereichs- oder Teamebene statt
- Strategien werden entlang der Organisation kaskadiert
Auch einzelne Abteilungen oder sogar Mitarbeiter agieren innerhalb eigener strategischer Kontexte.
- Zentrale Grundprinzipien
Zwei zentrale Annahmen:
- Zukunft entsteht durch die Reflexion der Gegenwart
- Veränderung entsteht durch strukturierten Dialog
Ein unscharfes Verständnis der Gegenwart führt zwangsläufig zu unklaren Zukunftsbildern.
- Bedeutung des Geschäftsmodells
Viele Unternehmen verfügen über kein klares, gemeinsames Verständnis ihres Geschäftsmodells.
Der Business Model Canvas (Osterwalder) schafft hier Abhilfe durch neun strukturierende Bausteine:
Frontstage (sichtbar):
- Werteversprechen
- Kundensegmente
- Kanäle
- Kundenbeziehungen
- Umsatzströme
Backstage (nicht sichtbar):
- Partner
- Ressourcen
- Aktivitäten
- Kostenstruktur
Ziel ist es, ein Geschäftsmodell kompakt auf einer Seite darzustellen und damit verständlich und arbeitsfähig zu machen.
- Anwendung in der Praxis
Der Canvas dient dazu:
- den Status Quo zu erfassen
- ein gemeinsames Verständnis zu schaffen
- strategische Weiterentwicklung zu ermöglichen
- Einflussmöglichkeiten von KI sichtbar zu machen
Die Inhalte werden durch den Kunden erarbeitet. Der Berater moderiert, strukturiert und unterstützt.
- Rolle von KI im Geschäftsmodell
KI wirkt sowohl im Frontstage als auch im Backstage:
- Optimierung von Marketing und Kundenbeziehungen
- Effizienzsteigerung in Prozessen und Aktivitäten
- Veränderung von Partnerstrukturen
- Entwicklung neuer Kanäle und Geschäftsmodelle
KI ist damit kein isoliertes Tool, sondern ein struktureller Hebel über das gesamte Geschäftsmodell hinweg.
- Sensibilisierung als Schlüsselphase
Vor der strategischen Arbeit ist es entscheidend, Kunden für die Möglichkeiten von KI zu sensibilisieren:
- Viele kennen ihre Probleme, aber nicht die Lösungsräume
- Aufgabe ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen und greifbar zu machen
Dies geschieht über konkrete Anwendungsfälle, Prototyping und strukturierte Impulse.
- Zukunftsperspektive
Ein zentraler Denkansatz ist das radikale Neudenken von Geschäftsmodellen:
- Wie würde das Unternehmen ohne bestehende Strukturen aufgebaut werden?
- Welche Rolle würde KI von Beginn an spielen?
Dieser „Greenfield“-Ansatz eröffnet neue strategische Perspektiven jenseits bestehender Einschränkungen.
Kernelemente
Strategie beginnt mit einem klaren Verständnis des Status Quo. Berater moderieren statt vorzugeben. Der Business Model Canvas strukturiert Geschäftsmodelle in neun Bausteine und schafft Transparenz. KI wirkt über alle Bereiche hinweg, insbesondere in Prozessen, Marketing und Kundenbeziehungen. Veränderung entsteht durch Dialog und Reflexion. Sensibilisierung für KI ist entscheidend, um Potenziale sichtbar zu machen und Geschäftsmodelle gezielt weiterzuentwickeln.
KISB Phase 4 – Von der Strategie / Geschäftsmodell zur KI-First Strategie
Im Zentrum des Trainings stand die Entwicklung eines strategischen Beratungsansatzes mithilfe von KI – mit Fokus auf zwei reale Kundenfälle (Osram & Wasserverband). Dabei wurden zentrale Herausforderungen identifiziert und konkrete Lösungsansätze erarbeitet.
1. Zentrale Kundenherausforderungen
Für beide Cases wurden klare Schlüsselfragen herausgearbeitet:
Osram (Wissensmanagement):
- Wie kann implizites Wissen systematisch aus Mitarbeitenden extrahiert werden?
- Wie lässt sich messen, ob Wissenstransfer tatsächlich erfolgreich ist?
Wasserverband:
- Wie können Leckagen in Abwasserleitungen effizient identifiziert werden?
- Welche Sensorik ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Wasserqualitätsproblemen?
Diese Fragestellungen sind nicht einzigartig – vielmehr existieren bereits Lösungsansätze am Markt, die systematisch recherchiert werden können.
2. KI als strategischer Hebel (Deep Research Ansatz)
Ein zentrales Learning: KI ersetzt keine Beratung – sie verstärkt sie massiv.
Empfohlener Ansatz:
- Einsatz leistungsstarker KI-Tools (z. B. Perplexity, ChatGPT Deep Research, Claude)
- Durchführung tiefgehender Recherchen zu klar definierten Fragestellungen
- Erstellung mehrerer Analysen parallel
- Durchführung einer KI-Meta-Analyse, um:
- Muster zu erkennen
- Best Practices zu identifizieren
- Wissenslücken sichtbar zu machen
Ergebnis: fundierte, evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen für den Kunden.
3. Ableitung konkreter Kundenergebnisse
Die Ergebnisse sollen nicht nur intern bleiben, sondern aktiv genutzt werden:
- Erstellung eines Management Summaries (1 Seite)
- Frühzeitiges Teilen von Zwischenergebnissen mit dem Kunden
- Integration in Zwischen- und Abschlusspräsentationen
Ziel: kontinuierlicher Mehrwert statt einmaliger Abschlusspräsentation.
4. Wettbewerbsvorteil durch KI-Kompetenz
Ein klarer Fokus lag auf der Positionierung als Berater:
- KI ermöglicht schnellere und tiefere Analysen als klassische Beratung
- Viele Berater nutzen dieses Potenzial noch nicht
- Daraus entsteht ein massiver Wettbewerbsvorteil („unfair advantage“)
- Voraussetzung: Mut zur Anwendung und technisches Verständnis
5. Beratungsprinzip: Wert entsteht durch Fragen
Ein entscheidendes Mindset:
- Tiefe Erkenntnisse entstehen nicht durch Wissen, sondern durch gezielte Fragen
- Der Kunde liefert die Inhalte – der Berater strukturiert und vertieft
- Ziel ist es, das „gesamte Schloss“ des Kunden zu erkunden (nicht nur Oberfläche)
6. Strategischer Rahmen für Beratung
Zur strukturierten Arbeit mit Kunden wurden zentrale Methoden vermittelt:
Grundstruktur:
- Status Quo analysieren
- Zielbild definieren
- Transformationspfad entwickeln
Methoden:
- SWOT-Analyse (intern)
- Trendanalyse (extern)
- Risikoanalyse
- Business Model Canvas
- Marktrecherche
- Stop/Start/Continue
- SOAR-Ansatz (stärkenorientiert)
Diese Methoden dienen als Grundlage für fundierte strategische Entscheidungen.
7. Kernerkenntnis des Calls
Erfolgreiche Beratung entsteht aus der Kombination von:
- strukturiertem Denken
- gezielter Fragetechnik
- und dem intelligenten Einsatz von KI
Kurz-Zusammenfassung
KI-gestützte Deep Research ermöglicht es, komplexe Kundenprobleme (Wissensmanagement, Sensorik) schnell und fundiert zu analysieren. Durch Meta-Analysen entstehen verwertbare Insights und konkrete Management Summaries. Entscheidend ist nicht Fachwissen, sondern die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen und KI strategisch zu nutzen. Daraus entsteht ein klarer Wettbewerbsvorteil in der Beratung.
KISB Phase 4 – Methoden-Nerding: Methoden strategisch erweitern
In diesem Trainingscall stand die Erweiterung der strategischen Reflexion durch den gezielten Einsatz von KI im Mittelpunkt. Ausgangspunkt war die Frage, wie Berater über klassische Methoden wie SWOT-Analyse und Trendanalyse hinaus zusätzliche Perspektiven gewinnen können, um vom Status Quo zu einem klaren Zielbild (Quo Vadis) zu gelangen.
Ein zentrales Learning: KI fungiert als methodischer Sparringspartner, der nicht nur bekannte Frameworks ergänzt, sondern auch neue Denkansätze eröffnet. Anhand eines konkreten Beispiels wurde gezeigt, wie durch einfache Prompts zusätzliche Methoden wie PESTEL, Porter’s Five Forces, Szenarioplanung oder Engpasskonzentrierte Strategie identifiziert und direkt angewendet werden können. Dabei gilt: Man muss die Methoden nicht vollständig beherrschen – entscheidend ist die Fähigkeit, die KI gezielt nach Kontext, Anwendung und Umsetzung zu befragen.
Besonders hervorgehoben wurde die PESTEL-Analyse als vorgelagerter Schritt zur SWOT, um externe Einflussfaktoren systematisch zu erfassen und anschließend in strategische Ableitungen zu überführen (PESTEL → SWOT → TOWS → Strategie). Die KI kann diesen Prozess nicht nur beschleunigen, sondern auch automatisieren, indem sie auf Basis weniger Inputparameter fundierte Analysen erstellt.
Ein weiterer zentraler Baustein ist der Perspektivwechsel als Methode. Durch Fragen wie „Was würde Unternehmen X oder Persönlichkeit Y tun?“ entstehen neue Denkimpulse. Diese Perspektiven können entweder im Workshop mit Teilnehmern erarbeitet oder direkt von der KI simuliert werden. Dadurch lassen sich eingefahrene Denkmuster aufbrechen und innovative Lösungsansätze entwickeln.
Darüber hinaus wurde deutlich, dass erfolgreiche Beratung auf drei Säulen basiert:
- Nutzung des vermittelten Playbooks (z. B. Strategieberater-Frameworks)
- Einbringung eigener Erfahrung und Methodenkompetenz
- Erweiterung durch KI-gestützte, zusätzliche Methoden und Perspektiven
Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist dabei der Aufbau von Vertrauen in die KI beim Kunden. Wer in der Lage ist, hochwertige Ergebnisse mit KI zu liefern, schafft sich einen klaren Wettbewerbsvorteil und kann zusätzliche Leistungen effizient und skalierbar anbieten.
Abschließend wurde der Einsatz von KI als unfairer Wettbewerbsvorteil positioniert – insbesondere in den Bereichen:
- Realtime-Meeting-Assistenz
- Instant Prototyping
- Tiefenrecherche (Deep Research)
- Methodische Vielfalt und schnelle Anwendbarkeit
Die Teilnehmer wurden dazu angehalten, auf Basis vorhandener Informationen (z. B. Transkripte von Q&A-Calls) eigenständig strategische Analysen zu erstellen, Lücken zu identifizieren und diese gezielt im nächsten Kundengespräch zu schließen. Ziel ist es, die strategische Ebene vollständig zu durchdringen und belastbare Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.
